Die perfekte Kombi: Couchsurfing und Airbnb!

Auf meiner ersten großen Reise habe ich des öfteren auf den Couchen fremder Menschen genächtigt. Damals, als Budget-Traveller, war ich gewissermaßen auf günstige oder eben kostenfreie Unterkünfte angewiesen. Außerdem ist es eine ideale Möglichkeit um in Kontakt mit Locals zu kommen.

In Hong Kong war ich bei Elaine, für geschlagene 11 Tage. Meine erste CS Erfahrung und für Elaine die längste. Nie zuvor hatte sie jemanden so lange bei sich aufgenommen, ich sollte ihr dafür lediglich Kürbiskernöl mitbringen. Win Win. Sie zeigte mir einen witzigen Markt auf dem es allerhand lebende Tiere zu kaufen gab, Schildkröten und Frösche, alles was das Herz begehrt. Sie ging mit mir an Orten essen, an denen es unwahrscheinlich ist, Touristen zu treffen. Einmal saß mir ein kleiner Junge, der unheimlich euphorisch an dem frittierten Kopf einer Ente knabberte gegenüber. Total normal! Am Ende waren wir sogar ein wenig traurig als wir uns verabschieden mussten. Für den Weg zum Flughafen machte sie mir eine frische Mandelmilch mit ihrem High-Speed-Mixer, auf den sie unendlich stolz war. Ja, ja, es sind die kleinen Dinge.

In Ungasan, im Süden von Bali landeten eine Freundin und ich nach stundenlanger Suche bei Owen. Einem volltätowierten Engländer, der seit einiger Zeit auf Bali lebt und es zu seiner Aufgabe gemacht hat, Straßenhunde vor dem sicheren Tode zu retten und ihnen ein angebrachtes zu Hause zu suchen. Er zeigte uns tolle Strände, stellte uns einige Leute vor und während wir mit kleinen Welpen spielten, erzählte Owen uns von seinen nächtlichen, erotischen Abenteuern, als wäre es das normalste der Welt.

In Sydney war ich bei einer Familie, die ein behütetes Leben in einem Vorort führt. In einer ziemlich üppigen Villa sogar! Die Mutter hat mir unterschwellig versucht mitzuteilen, was das beste für mich sei und konnte nicht so richtig begreifen, das ich noch keinen Bachelor in der Tasche habe. Ich habe es mit Humor genommen, denn jeder malt sich seine Welt, wie es ihm gefällt! Obwohl es das unsauberste Badezimmer war, das mir je zur Verfügung stand, hat die Familie sich rührend um mich gekümmert.

In Auckland war ich bei einer Dame, die mit ihren Liebschaften eine Menge Gras konsumiert hat, es waren übrigens mehrere Liebschaften an einem Tag! Ihre 17-jährige Tochter war selbst schon Mutti, die andere in einer Erziehungsanstalt. Ich habe irgendwann den Überblick über den Stammbaum verloren. Es war schlichtweg zu kompliziert. Trotzdem waren alle super nett und haben mich und die andere Couchsurferin mit offenen Armen empfangen. Das war in jedem Fall eine interessante Erfahrung.

In Te Poi habe ich ein paar Tage bei Pateriki verbracht, einem Maori, Mitte 60. Vor langer Zeit hat er bei einer Auseinandersetzung ein Messer in den Rücken bekommen, seither ist er auf einen Rollator angewiesen. Ich hatte mein eigenes Zimmer, mit richtigem Bett! Pateriki hatte ein Talent fürs kochen und einen Wellensittich mit Namen „Half Inch“! Wir haben Ewigkeiten über Gott und die Welt philosophiert und Rhabarber-Porridge gegessen. Das nahegelegene Hobbiton war auf einmal total uninteressant.

Diese Begegnungen -so abstrus sie manchmal auch sind- machen für mich einen großen Teil des Reisens aus. Manchmal entstehen Freundschaften, manchmal sind es einfach die Erfahrungen die einen reicher machen. Trotzdem lege ich mittlerweile viel Wert auf meine Privatsphäre und freue mich wenn ich nach einem anstrengenden Tag, vollgepackt mit fremder Kultur, die Türe hinter mir schließen kann. Dafür zahle ich auch gerne ein paar Euro! Bis dato habe ich nur gute Erfahrungen mit Airbnb gemacht. Die Vermieter haben mich alle pünktlich und gut gelaunt in Empfang genommen, mich mit Massen an Tips und Stadtplänen versorgt und waren zur Stelle wenn es nötig war.

Das gute am Couchsurfing ist, dass es nicht immer nur um eine Couch geht, sondern um Interaktion – darum, Menschen zu finden mit denen man Erlebnisse teilen kann. Danach gehe ich dann einfach wieder in mein Airbnb Apartment und genieße meine Ruhe. So einfach kann es sein.

Hier ein Airbnb Beispiel aus Lissabon.

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2 Gedanken zu “Die perfekte Kombi: Couchsurfing und Airbnb!

  1. Janine schreibt:

    WOW. Du hast ja schon super interessante Erfahrungen mit Couchsurfing gemacht. Und 11 Tage für etwas Öl – nicht schlecht 🙂
    Ich hab ewig kein Couchsurfing mehr gemacht. Dafür Airbnb. Finde es auch super, da es ein Mix zwischen Couchsurfing und B&B ist.
    Nur die Stornobedingungen sind manchmal blöd.
    Früher haben meine beste Freundin und ich selbst einige Couchis aufgenommen. Die hatten dann immer n eigenes Zimmer und wir haben ihnen Berlin gezeigt. Das war ne coole Erfahrung. Bis einer es mal schamlos ausgenutzt hat, indem er zum Beispiel ungefragt nach Kalifornien telefoniert hat. Und wir waren damals arme Studenten. Naja.
    LG Janine

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    • Madlien schreibt:

      Da hast du Recht, wenn die Bedingungen mir zu fett sind, dann lass ich es sein und suche jemand anderes. 🙂

      Oh, das ist natürlich ärgerlich. Ich hatte einmal ein Mädel hier, die sich auch ein daneben benommen hat. Das Bad war überflutet, sie hat sich ohne zu fragen am Kühlschrank bedient und ich musst mein 1€ Spät Bier selbst zahlen. Ich erwarte ja nichts dickes, aber wenn ich irgendwo bin dann bringe ich immer etwas mit, kaufe ein oder koche was. Die anderen beiden Mädels waren super, da macht man sowas auch echt gerne. 🙂
      Liebe Grüße und n schönes Wochenende!
      Madlien

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