Kopenhagen! Nicht so, aber irgendwie auch doch.

Es dauert keine Stunde bis wir in Kopenhagen landen. Obwohl es sich als kleine Herausforderung entpuppt, kommen wir irgendwann an dem Haus in Vesterbro, in dem Sara lebt, an. Allerdings hat sie vergessen zu erwähnen, dass wir auf der Klingel nach ihrem Vor- anstatt Nachnamen suchen sollen, der dazu noch von Sonne und Regenwasser so verblichen ist, das man eigentlich nur ein leicht vergilbtes Stück Papier sieht. Aber wir leben im 21. Jahrhundert, es gibt zum Glück Telefone! Irgendwie sind wir dezent genervt, leider wird das nicht besser, als wir uns mit der Badezimmer-Situation vertraut machen. Eine kleine nicht sonderlich saubere Kammer, die direkt neben dem Esstisch liegt und deren Tür sich nicht ordentlich schließen lässt! Das stand so natürlich nicht in dem Inserat. Wir beruhigen uns und gehen spazieren! Die Suche nach etwas essbarem ist gar nicht so einfach, denn in Kopenhagen kostet alles ein kleines Vermögen. Wir begnügen uns mit einer Falafel, tatsächlich eine der besten die ich je gegessen habe!  

Vesterbro.

Vesterbro ist anscheinend „The place to be“ in Kopenhagen. In der einen Ecke essen wir köstliches, roh-veganes Frühstück für über 20€ und in der anderen Ecke spritzt sich jemand auf öffentlicher Straße Heroin. Die meisten Leute sind von Kopf bis Fuss durchgestylt. Manchmal komme ich mir komisch vor, so ungeschminkt, in Schlabberhose und Wetterjacke! Vesterbr, hauptsächlich die Istedgade, war und ist Rotlichtbezirk, der sich aber trotzdem zum absoluten Szeneviertel entwickelt hat, hier wohnen viele Künstler und Designer die nun sesshaft werden und Familien gründen! Eine seltsame Mischung.

Am nächsten Tag entscheiden wir uns, eine dieser spektakulären „Hop on Hop off“ Bustouren mitzumachen, eigentlich mache ich lieber alles auf eigene Faust, aber ausprobieren kann man das ja mal! Und so richtig wissen wir auch gar nicht wo wir anfangen sollen. Ein Ticket für zwei Tage ist bezahlbar, außerdem sparen wir uns so das Geld für die öffentlichen Verkehrsmittel, die in Kopenhagen eigentlich gar nicht so schlecht sind. Die Busse verfügen über Wifi, die Züge sind utopisch groß und mit Fahrradständern ausgestattet. Wir essen Churros und belgische Waffeln im Nyhavn,  kämpfen gegen Regenschauer, während wir in der Nähe der Amalienborg umherwandern und statten anschließend Hans Christian Andersens kleiner Meerjungfrau einen Besuch ab.   

Touritreff Nyhavn.

Während wir mit dem Bus durch die Stadt tingeln, erzählt uns die Computerstimme, die uns begleitet, einiges über das Land und seine Leute. So leben in Dänemark die glücklichsten Menschen der Welt, sie investieren ihr Geld lieber in Sozialisierung anstatt in teure Eigenheime. Kopenhagen ist Fahrrad-Hauptstadt mit mehr als 350km Fahrradweg. Dänemark scheint demnach das beste Land was Kindererziehung und ein gesundes, klassenfreies Miteinander angeht, zu sein! Für eine angemessene Rente ist -dank der hohen Steuern- auch gesorgt! Die Dänen sind ein sportliches Volk und das sieht man ihnen an! 

An unserem letzten Tag haben wir Glück mit dem Wetter. Die Sonne lacht und wir machen uns auf den Weg nach Christianhavn um dem berüchtigten Christiania einen Besuch abzustatten, eine Freistadt in Kopenhagen, mit eigener Flagge und ein paar grundlegenden Regeln. Bei Wikipedia gibt es mehr über die Geschichte und Hintergründe! Natürlich ist es eine super Sache wenn Menschen sich gemeinsam für das einsetzen an was sie glauben, aber wenn mir Security-Typen -die mit verschränkten Armen da stehen und aufpassen- sagen, ich solle den Deckel meines Objektives dahin tun wo er hingehört und überall Halbstarke mit maskierten Gesichtern rumlaufen, dann find ich das eher unsympathisch! Kaffee trinken und kiffen kann ich schließlich auch zuhause!

Frederiksberg Park

Wir fahren anschließend in den Frederiksberg Park, gehen dort spazieren und geniessen die Ruhe. Ein wunderschöner und sehr gepflegter Park, in dem wir unseren ersten echten Schnullerbaum zu Gesicht bekommen. Die Idee dazu kommt aus Dänemark und soll Kleinkindern dabei helfen von der Sucht nach dem Schnuller loszukommen. Danach spaziere ich durch Nørrebro, ein wildes und multikulturelles Viertel mit vielen Secondhand Läden und hippen Cafés. Viele Leute machen es sich mit Bier oder Kaffee auf der Dronning-Louises-Brücke bequem und genießen bei lauter Musik die Sonne!  

Nirgendwo liegen Hundehaufen, alles hier ist sauber! Die Leute achten darauf, dass ihre Stadt ordentlich ist und auch bleibt! Die Massen an Wasser und Kanälen sind wundervoll, auch die Architektur lässt keine Wünsche übrig, ein perfekter Mix aus charmanten Altbauten und neuen Riesen mit Glasfassaden! Kopenhagen ist eine hübsche Stadt, in der man es sich gut gehen lassen kann, sofern der Geldbeutel entsprechend gefüllt ist. Ob ich noch mal wiederkomme, weiß ich noch nicht so genau.

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